Das waren zum einen Mathias, der nun den orangen Gürtel tragen darf, den siebenten Kyu. Aufgeregt sei er gewesen, sagte er anschließend. Gut geschlagen hat er sich. Allein war er auch nicht. Denn Ivo hat nun nur noch eine Prüfung vor sich, um ein großes Ziel zu erreichen, denn er bestand die Prüfung zum ersten Kyu. Die nächste Prüfung, Ivo, wird länger, schwehrer, härter und stellt DAS eigentliche Ziel dar. Wir sind überzeugt, du wirst das schaffen. Glückwunsch allen beiden.
Alljährlich im Oktober trifft sich die Wadokai Gemeinde, deren Karatestil sich traditionell an Großmeister Teruo Kono orientiert in Meißen zum vierten Bundeslehrgang des Jahres. Unser Verein war natürlich auch vertreten, ein paar unentwegte Vertreter am Sonntag Vormittag sind hier vor der Vereinsfahne versammelt.
Kata, Oyo- und Kihon Kumite, Sanbon Kumite, Tsuki- und Keri Waza, komplettiert durch Renzoku- und Uchi Waza so hießen die immer wieder kehrenden und doch immer wieder aus neuen Ideen und Übungen zusammengesetzten Trainingsschwerpunkte. Selbstverteidigung, Würfe und Kata in der Anwendung (Bunkai) waren auch wieder dabei. Die Trainingsakzente setzten Dr. Elke von Oehsen, Peter Mixa, Werner Buddrus, Jürgen Fabian, Franz Bohnert und Andre Jätzschmann, die Spitzen der Stilrichtung aus allen Himmelsrichtungen. Gäste kamen so aus Bremen, dem Schwarzwald, aus dem Heidelberger Raum, Mecklenburg Vorpommern und natürlich aus Sachsen.
Keineswegs. Heute, es ist Freitag, scheint der Sommer sich erst einmal mit Macht zu entfalten, auch das Wochenende wird sommerlich, vom Herbst künden nur einige sich von grün zu rot färbende Blätter an Gewächsen, die wir Bäume oder Sträucher nennen. Bäume oder Sträucher, Weiden, Wiesen, Felder, Häuschen säumten den „Weg“, welchen ein kleines Häuflein von Karateka aus DD am letzten Sonnabend gingen.
Doch halt, wir gingen ihn nicht, wir benutzten diesmal zur Kraftübertragung die Arme und zogen Paddel durch das Wasser. Das kann ja für einen Sport, der die leeren Hände betont, nicht schlecht sein. Das Häuflein (Silly & Ingo, Sylvia & Matthias, Ivo & Uwe, Eric & Steffen sowie Frank) trafen sich Freitagabends in Burg (Spreewald) und bezogen zwei Ferienwohnungen. Gut gestärkt nach reichhaltigem Frühstück, nach teilweise kurzer Nacht, tappten wir des Morgens dann zuerst einmal in die falsche Richtung. Doch etwas später bestiegen wir die halbwegs bequemen Paddelboote, welche leider kein Steuer aufwiesen, weshalb wir mit den Paddeln steuern mussten. Dies erforderte erhöhte Koordination.
Eigentlich ist der Spreewald ja kein wirkliches Badegewässer, auch wenn gelegentlich kleine blonde Nacktfrösche in der Hitze des Tages Abkühlung benötigten. Jedoch fuhren wir die meiste Zeit im Schatten, die Kanäle wirken wie endlose Alleen. Einer allerdings meinte, ein neues Handy wäre auch mal nicht schlecht und benutzte übrigens eine Schleuse weniger. Ich finde ja, dass da alle die in sich gehen müssen, die durch ihre Abwesenheit Franks Alleinfahrt verusachten.
Gelegentlich suchten wir ein Glas-Bier-Geschäft auf. Einen Spreewälder Gurkenteller, komplettiert mit Schmalzstullen, fanden einige als passend für eine Spreewaldfahrt.
Ungefähr 7,5 Stunden waren wir unterwegs. Rund 20 Kilometer legten wir zurück. (1086 kcal soll ich vebrannt haben!) Ein solch aktiver Tag, wenn auch weniger für die Beine, auf denen Karateka in sich ruhend und mit hohem Gleichgewichtsgefühl stehen, macht Hunger. Wenn man dann schon Thüringer im Verein hat, liegt die Abendverpfelgung sehr nahe. Echte Thüringer Bratwurst mundete allen und die allten ewig gehörten Kamellen wurde auch ausgegraben. Festgestellt wurde dabei, dass die mit den Jahren immer länger werden.
Und damit die Geschichten neueren Datums nicht in Vergessenheit geraten, dafür gibt es diesen Blog. Mit euch auf Tour ist immer wieder schön.
Am 16. April 2016 gab es nach langer Zeit mal wieder ein Spaßturnier. Damit ließ unser Verein eine alte Tradition wieder aufleben: Das Kräftemessen in echt karateuntypischer Bewegungsform von Fußball, Basketball und Volleyball.
Daß es an der Zeit war, wieder einmal abseits unseres gewählten „Do“ schwitzend, aber meist mit einem Lächeln im Gesicht, Bälle mehr oder weniger regelkonform in Tore, Körbe oder übers Netz zu zirkeln, zeigte die rege Beteiligung unserer Mitglieder, aber auch – was uns besonders freute – unserer Partnervereine Hato, PSV und Meißen.
Es ging nicht um die großen Pokale, doch kämpfte jede Mannschaft dennoch mit Ehrgeiz und Siegeswillen. Der Spaß sollte an erster Stelle stehen – und bei uns war es so! Darum gewannen wir vor allem an Erfahrung.
Lediglich das Fußballspiel auf Kleinstfeld gegen Hato – wenn auch nach Turnierende und darum außerhalb der offiziellen Wertung – konnte die Wado-Kai-Auswahl für sich entscheiden. Es zeigte sich, daß Beharrungswille, blasenfreie Füße und Kondition für einen glorreichen Sieg entscheidend sind!
An Bockwurst, Wienern und Getränken fehlte es freilich nicht. Jeder konnte seinen Hunger, mehr noch den großen Durst stillen.
Der Dank gilt allen Teilnehmern, Organisatoren und freiwilligen Helfern! Das Spaßturnier soll wieder Tradition werden. Hato hat sich schon als nächster Ausrichter angeboten. Wir freuen uns darauf!
Wie bereits im letzten Jahr tauschten die Wadokaier auch in diesen Winterferien ihren Karateanzug gegen Langlaufskier und Gewehr. Bei fast frühlingshaften Temperaturen trafen wir uns am Dresdner Hauptbahnhof und zogen mit unserer winterlichen Ausrüstung einige amüsierte Blicke auf uns.
Noch bis zum Tag davor zitterten wir, ob die Schneebedingungen für unser Vorhaben ausreichen würden, doch dann kam die frohe Kunde, dass unserem Biathlonerlebnis 2.0 nichts mehr im Wege steht. Und so brachte uns der Bus in das leicht verschneite Altenberg, wo wir von Uwe und seinem Team von der sportscollection in Empfang genommen wurden. Nachdem jeder seine passende Ausrüstung gefunden hatte, fuhren wir nach Zinnwald, um dort in die Loipe einzusteigen.
Auf dem Weg zur Biathlonarena testeten die erfahrenen Langläufer unter uns gleich einmal die Streckenbedingungen, während die Langlauffrischlinge sich mit der Technik und den langen Latten vertraut machten.
In der Biathlonarena angekommen erhielten wir eine Einweisung in das Liegendschießen, was im Fernsehen doch ein wenig einfacher aussieht, als es dann wirklich war. Anschließend ging es unter Flutlicht auf die Strecke zum Probetraining. Nun kamen auch die bisher treffsicheren Schützen ins Wanken. Mit einem Puls bis zu den Ohren schienen die Scheiben noch kleiner und sich ständig zu bewegen.
Doch viel Zeit zum Üben blieb uns nicht, denn die Wadokaier-Biathlonstaffel stand bevor.Vier Teams á vier Sportler kämpften bei zum Teil widrigen Wetterbedingungen, wie Schneeregen und Wind, unerbittlich um den Sieg. Während die einen mit Technik und Schnelligkeit glänzten, folgten andere dem Motto. „In der Ruhe liegt die Kraft“. Jeder Biathlet absolvierte zwei Runden zusätzlich eventueller Strafrunden und gab alles, was seine Beine hergaben. Die Stimmung an der Strecke war weltcupreif und so fühlte sich am Ende jeder als Sieger.
Zurück in Altenberg stärkten wir uns mit leckerem Kesselgulasch und dem ein oder anderen Getränk und kürten die Staffelsieger. Nochmals herzlichen Glückwunsch an das Team Kahleberg (Kulli, Matthias, Thorsten und Thomas), das den Sieg sicher nach Hause holte.
Und so neigte sich dieser ereignisreiche und lustige Tag auch schon wieder dem Ende und wir traten die Heimreise mit vielen tollen Erinnerungen an. Aber nächstes Jahr kommen wir mit Sicherheit wieder…
AJotMann und KJotFrau hatten Besuch. Sie hatten Besuch von Wadokai Dresden. Schön war es wieder und der Abend bei MrHai mit Nudelsuppe, Sushi und MaiTai war auch wieder sehr angenehm.
Anlass für dieses Treffen war aber, wie schon so oft, ein Kampfkunstlehrgang der besonderen Art in Berlin.
Thema des Lehrganges: „Dominieren des Gegners durch die Kontrolle von Initiative (Sente) und Distanz (Maai)“ – So stand es auf der Ausschreibung des Berliner Karateverbandes.
Es unterrichteten Toby Threadgill – Menkyo Kaiden, Takamura Ha Shindo Yoshin Ryu und Kaki Kawano (5. Dan JKF Wado-Kai).
Auf dem Gruppenfoto von links nach rechts: Andre J., Steffen Sch., Sensei Toby Threadgill, Eric K., Uwe R., Sensei Kaki Kawano und Kuli 😉 Leider fehlt Erik B., der am Sonntag unerwartet verhindert war.
Erstes Wochenende nach Beginn des neuen Jahres: Wir verbringen es, fast schon traditionell, in Reinbek bei Hamburg. Hier findet nun schon seit einigen Jahren der Wadokai – Neujahrslehrgang statt, organisiert durch die Freunde vom TSV Reinbek.
Böse Zungen könnten behaupten, dass Ingo, Silly, Ivo, Eric, Torsten, Erik, Lisa, Steffen und Uwe hauptsächlich aus Gründen einer Modenschau nach Reinbek gefahren wären, das folgende Bild, welches uns in der neuen und erstmals präsentierten Vereinskleidung zeigt, weist darauf hin.
Dies allerdings wäre doch stark übertrieben, denn der Hauptgrund der Reise war und ist das Karate. Umfangreich das Programm, welches wieder interessante Übungen enthielt. Diesmal wurden Qi Gong und die Einheit für die sogenannten Jukuren, die später eingestiegenen („älteren“) Karateka besonders erwähnt. Das hat nichts damit zu tun, dass das Training nicht mehr anstrengend wäre, diverse Füße brauchten auch diesmal wieder besonderen Schutz. Oder, was hat die Münze vor den Füßen zu suchen, welchen Zweck hat die komische Mütze auf dem Kopf und was macht Steffen auf dem Schwebebalken?
Wie schnell man von den Niederungen des Karate, wie Gürtelbinden, zu den großen Übungen, der Kihon – Kumite – Ipponme kommt, das haben Silly und Lisa gezeigt. Erik, der uns die Treue auch aus Jüterbog hält, trainierte hier mit Lars L., dem Hatorianer. Übrigens Hatorianer: natürlich machten wir gemeinsam auch wieder ein asiatisches Restaurant unsicher, unter anderem, weil wir dem Felix, ebenfalls HATO zum zweiten Dan gratulieren konnten.
Es ist Tradition: im letzten Monat des Jahres werden Prüfungen abgehalten. Karateprüfungen. Diesmal traten Karateka unseres Vereins für die Prüfung zum weißen, gelben, den zweiten blauen und den zweiten braunen Gürtel an.
Jeremy und Georg legten damit erstmals eine solche Prüfung ab, die beide ordentlich bestanden. Wir gratulieren. Neu zu uns kam im September die Laura, auch sie bestand die erste Prüfung und zwar mit ausdrücklichem Lob. Sie erzählte mir abends, dass sie mit Aerobic und Tanz auch Wettkampferfahrungen gesammelt hat, solche Anlagen sind bestens geeignet, gutes Karate zu erlernen.
Lisa und Robert tragen nun den gelben Gürtel. Auch euch möchte ich herzlich im Namen aller gratulieren.
Mit besonderem Lob trägt Silly nun den blauen Gürtel in die zweite Runde. Silly hat ihren Trainern echt Freude bereitet mit ihrer Prüfung. Und sie weiß, dass diese durchaus streng sein können. Stimmt doch, Silly?
Ivo, Prüfungssenior und nun Träger des 2. Kyu´s. Der wiegt besonders, denn in der Vorbereitung musste vieles neu erlernt werden. Aber Ivo hat noch viel vor und der Einstieg in diese neue Trainingsphase ist gelungen.
Nach der Mitgliederversammlung, die neben dem Jahresrückblick auch die Zukunftspläne behandelte, siedelten wir in das Brau- und Ballhaus Watzke um. Bei zünftigem Essen und machem kleinem oder großem Glas ging der Tag zu Ende.
Die Trainingspause kommt erst in zwei Wochen, es winkt schon der Wadokai-Bundeslehrgang in Reinbek bei Hamburg. Werr kommt mit?
Haslach im Kinzigtal. Wie immer zwar weit weg: Sowohl von meinem Wohnort wie auch von der Heimat aus gesehen. Aber auch wie immer eine Reise wert. Die Sachsen waren mal wieder gut vertreten, unser Verein allerdings eher unterrepräsentiert, wir sollten doch die „heilige“ Fahne mehr durch die Karateweltgeschichte fahren, oder? Der Stimmung tat das keinen Abbruch, wie das folgende Bild beweist.
Natürlich ist der Hauptzweck das Karate. In einem abwechslungsreichem Programm unterrichteten Dr. Elke von Oehsen, Peter Mixa und Werner Buddrus, unterstützt von Jürgen Fabian, Franz Bohnert und Andre Jätzschmann die aus allen Himmelsrichtungen herbeigeeilten Karateka.
Bereits im Februar hatte Wado Kai seinen Vereinsaktivitätshöhepunkt des Jahres! Schnee, Ski und ein Kleinkalibergewehr sind einfach schwer zu übertreffen: Unser neues Mitglied Matthias machte uns den Mund wäßrig, daß in Zinnwald Biathlon für Jedermann angeboten werde. Da Einige von uns durch die Verfolgung dieser Sportart am Fernsehschirm nur eine bedingte Schwierigkeit erkannten, überredeten sie wieder einige andere Nichtskifahrer zum Abenteuer „Bretterrutschen“.
Die Wadokaier trafen sich für Zinnwalder Verhältnisse bei frühlingshaft anmutender Wetterlage, fanden perfekte Loipen sowie eine leichte, ziemlich kalte Brise vor und schwangen sich auf die langen Latten.
Unter fachkundiger Führung ging es ohne größere Einweisung und Unterrichtung zunächst erst einmal ans warmlaufen. Das hieß eine kurze Runde auf den Kahleberg mit mäßiger Sicht ins Erzgebirge und von dort in die Biathlonarena.
Ein Großteil der Teilnehmer stand zum ersten mal auf Ski. Die anderen kramten ihre Kindheitserinnerungen an Runden im „Großen Garten“ hervor. Nur Frank glänzte mit Technik und Ausdauer. Allerdings war er nicht so schnell wie Uwe, dem das Bremsen nicht so lag und die Ausfahrt am Hang um wenige hundert Meter verfehlte. (An dieser Abfahrt bewahrheitete sich einmal mehr die gute Wadokai-Parole von „Safety first“, denn der verantwortungsvolle Sportler schnallt die Skier am Gefahrenort ab!)
Es waren 135 Teilnehmer auf einem Lehrgang, den wir seit Jahren gern besuchen. Gäste kamen aus Spanien, Schweden, Pakistan, Kanada, Finnland und den Niederlanden. Frank hat dazu den folgenden Bericht geschrieben.
Am 21.2. war es wieder mal so weit, es ging zum jährlichen Karate/Jujutsu-Lehrgang nach Berlin. Ausgerichtet von Christina Gutz, der es immer wieder gelingt, dieses hochkarätige Seminar zu organisieren. Zuständig für das Vermitteln von Prinzipien des Shindo Yoshin Ryu Jujutsu (SYRJ) [1] war wie gehabt Toby Threadgill (Menkyo Kaiden [2]).
Für den Karateteil wurde diesmal Kaki Kawano eingeladen, seines Zeichens ehemals erfolgreicher Kumite-Wettkämpfer. Entsprechend waren seine Einheiten an Wettkampftechniken orientiert.
Von Dresden aus machten sich also am Samstagmorgen Eric und Frank auf den Weg, Uwe kam bereits am Freitag aus Neustrelitz in der Hauptstadt bei unseren „Herbergseltern“, Kirsten und André, an.
Als wir in der Halle eintrafen, wurden wir freundlich von einer Frau begrüßt, die sich bereits warm machte. Wie sich herausstellte war es Norma Foster, 7.Dan JKF Wadokai, die sich eigens aus Kanada auf den Weg gemacht hatte. Ein anderer prominenter Teilnehmer war Shuzo Imai, 8.Dan Wado Ryu. Weitere Gäste kamen u.a. aus den Niederlanden und Finnland. Der Lehrgang stieß also nach wie vor auf ein großes Interesse.
Das große Thema waren der Übergang von der (Partner)Kata zum Freikampf und die verschiedenen Formen von Timing: Go no Sen, Sen no Sen und Sen Sen no Sen.
Go No Sen ist das reaktive Handeln. Toby Threadgill demonstrierte dies, indem der Partner versuchte, seine Hand zu fassen. Das Fassen wird hierbei zugelassen bzw. sogar angeboten. Durch das Greifen gerät der Angreifer u. a. dadurch in eine nachteilige Lage, dass das Ziel, die Hand, mit entsprechendem Timing und entsprechender Geschwindigkeit wegbewegt wird und er sich durch Überstrecken selbst aus dem Gleichgewicht bringt. Im gleichen Augenblick erfolgt der Gegenschlag des Verteidigers. Wichtig ist, dass der Verteidiger mental stets auf Angriff (Sente) gepolt ist und keinesfalls in eine passiv-abwartende Rolle verfällt.
Hier sind sehr deutlich Parallelen zu den Kihon Kumite im Wado Ryu zu erkennen.
Sen No Sen ist das gleichzeitige Handeln. Im Beispiel des Greifens ist für den Verteidiger der Griff uninteressant, er agiert in den Angriff mit einem Gegenangriff. Demonstriert wurde dieses Timing auch in der Form, dass der Angreifer versucht, den Schwertgriff des Verteidigers zu fassen, dieser aber entgegenkommt und der Angreifer den Griff so früher als erwartet zu fassen bekommt.
Eine Technik des Wado Ryu, die auf dem Sen no Sen-Konzept basiert, ist der Nagashi Zuki. Mit dem Angriff erfolgt der gleichzeitige Gegenschlag.
In der SYR ist Sen no Sen ein nur sehr schwer umzusetzendes Konzept, da ein bewusstes, gleichzeitiges Bewegen mit dem Angreifer tatsächlich Go no Sen ist.
Sen Sen no Sen schließlich ist der Erstangriff des Verteidigers. Er kommt also dem tatsächlichen Angriff des Gegners zuvor, indem er den Angriffsgedanken des Angreifers antizipiert und sofort aktiv wird. Für das Lesen der Absicht des Gegners und gleich recht noch der geplanten Art des Angriffs ist intensives Üben erforderlich, um z. B. kleinste Muskelbewegungen im Gesicht zu erfassen und zuordnen zu können. Wie auch den Könner auszeichnet, dass er ohne jede Vorankündigung aktiv wird.
Die Ohyo Kumite des Wado Ryu sind genau auf diesem Gedankengang aufgebaut.
Natürlich hatten wir ausreichend Gelegenheit zu üben und im gleichen Umfang die Möglichkeit, die Komplexität der SYR-Übungen – gerade hinsichtlich Timing – zu erahnen. Und selbstredend verbargen sich in sämtlichen Übungen auch die altbekannten – und schwer umzusetzenden – Grundprinzipien „Pull with the foot!“, „Relax!“, und „Structure!“. Kein Wunder, dass der Hinweis kam, zunächst ganz langsam zu üben.
Kaki Kawano demonstrierte und vermittelte die verschiedenen Formen von Timing an diversen Wettkampfübungen, die uns schon eher geläufig waren.
André und Eric, die zusammen übten, zogen bereits sehr früh die Aufmerksamkeit Kawanos auf sich, der zweifelsohne ihre Wettkampfqualitäten erkannte. Eric wurde denn prompt als Partner zum Vorzeigen regelmäßig gesucht und ziemlich häufig auch gefunden.
Interessant ist der Übergang von den Partnerkata hin zum Freikampf in der SYR. Es wird sich dabei eng an den Partnerkata orientiert, die zunehmend dynamischer, mit mehr Widerstand und technisch freier seitens des Verteidigers durchgeführt werden. Verbotene Techniken gibt es nicht. Toby Threadgill sagte bspw., dass sein Lehrer, Yukioshi Takamura, Kopfstöße liebte.
Der SYRJ-Freikampf ist daher mit dem Karate-Freikampf nicht zu vergleichen, der Kampf muss schnellstens beendet sein. Dies erfordert auch eine entsprechende geistige Einstellung.
Allerdings hat Hironori Otsuka den Freikampf aus seinem Jujutsu (das es wiederum aus dem Schwertkampf übernommen hatte) in das Karate eingebracht und die Grundlage für Wettkämpfe geschaffen. Offensichtlich sah er einen Wert in sparringsmäßigen Freikämpfen.
Wieder einmal war es ein sehr lehrreicher und auch beeindruckender Lehrgang. Seine Krönung fand er freilich in der mittlerweile gesetzten HATO-Wadokai-Kooperation in Form der samstagabendlichen Essensrunde im „Mr. Hai“, mit den obligatorischen „Mai Thai“.
@ FK
[1] Das SYRJ ist ein altes, japanisches Jujutsu der Samurai (Koryu Jujutsu), das auch Hironori Otsuka vor Erlernen des Karate über etliche Jahre geübt, und in dem er eine hohe Lehrlizenz erworben hatte. Damit besteht ein sehr starker Einfluss seitens dieses Jujutsu auf das Wado Karate.
[2] Das Menkyo Kaiden ist im SYRJ die höchste zu erwerbende Lizenz. Sie stellt hier eine administrative Lizenz dar, welche oberhalb der Lehrlizenzen (Shoden, Chuden, Joden) angesiedelt ist.
Nach mehrfachen negativen Erfahrungen mit Veröffentlichungen auf YouTube verbietet der Ausrichter inzwischen das Fotografieren. Schade. Aber einige offizielle Bilder gibt es auf der Seite von Wado-Ryu Berlin. Uwe