Haslach im Kinzigtal. Wie immer zwar weit weg: Sowohl von meinem Wohnort wie auch von der Heimat aus gesehen. Aber auch wie immer eine Reise wert. Die Sachsen waren mal wieder gut vertreten, unser Verein allerdings eher unterrepräsentiert, wir sollten doch die „heilige“ Fahne mehr durch die Karateweltgeschichte fahren, oder? Der Stimmung tat das keinen Abbruch, wie das folgende Bild beweist.
Natürlich ist der Hauptzweck das Karate. In einem abwechslungsreichem Programm unterrichteten Dr. Elke von Oehsen, Peter Mixa und Werner Buddrus, unterstützt von Jürgen Fabian, Franz Bohnert und Andre Jätzschmann die aus allen Himmelsrichtungen herbeigeeilten Karateka.
Bereits im Februar hatte Wado Kai seinen Vereinsaktivitätshöhepunkt des Jahres! Schnee, Ski und ein Kleinkalibergewehr sind einfach schwer zu übertreffen: Unser neues Mitglied Matthias machte uns den Mund wäßrig, daß in Zinnwald Biathlon für Jedermann angeboten werde. Da Einige von uns durch die Verfolgung dieser Sportart am Fernsehschirm nur eine bedingte Schwierigkeit erkannten, überredeten sie wieder einige andere Nichtskifahrer zum Abenteuer „Bretterrutschen“.
Die Wadokaier trafen sich für Zinnwalder Verhältnisse bei frühlingshaft anmutender Wetterlage, fanden perfekte Loipen sowie eine leichte, ziemlich kalte Brise vor und schwangen sich auf die langen Latten.
Unter fachkundiger Führung ging es ohne größere Einweisung und Unterrichtung zunächst erst einmal ans warmlaufen. Das hieß eine kurze Runde auf den Kahleberg mit mäßiger Sicht ins Erzgebirge und von dort in die Biathlonarena.
Ein Großteil der Teilnehmer stand zum ersten mal auf Ski. Die anderen kramten ihre Kindheitserinnerungen an Runden im „Großen Garten“ hervor. Nur Frank glänzte mit Technik und Ausdauer. Allerdings war er nicht so schnell wie Uwe, dem das Bremsen nicht so lag und die Ausfahrt am Hang um wenige hundert Meter verfehlte. (An dieser Abfahrt bewahrheitete sich einmal mehr die gute Wadokai-Parole von „Safety first“, denn der verantwortungsvolle Sportler schnallt die Skier am Gefahrenort ab!)
Es waren 135 Teilnehmer auf einem Lehrgang, den wir seit Jahren gern besuchen. Gäste kamen aus Spanien, Schweden, Pakistan, Kanada, Finnland und den Niederlanden. Frank hat dazu den folgenden Bericht geschrieben.
Am 21.2. war es wieder mal so weit, es ging zum jährlichen Karate/Jujutsu-Lehrgang nach Berlin. Ausgerichtet von Christina Gutz, der es immer wieder gelingt, dieses hochkarätige Seminar zu organisieren. Zuständig für das Vermitteln von Prinzipien des Shindo Yoshin Ryu Jujutsu (SYRJ) [1] war wie gehabt Toby Threadgill (Menkyo Kaiden [2]).
Für den Karateteil wurde diesmal Kaki Kawano eingeladen, seines Zeichens ehemals erfolgreicher Kumite-Wettkämpfer. Entsprechend waren seine Einheiten an Wettkampftechniken orientiert.
Von Dresden aus machten sich also am Samstagmorgen Eric und Frank auf den Weg, Uwe kam bereits am Freitag aus Neustrelitz in der Hauptstadt bei unseren „Herbergseltern“, Kirsten und André, an.
Als wir in der Halle eintrafen, wurden wir freundlich von einer Frau begrüßt, die sich bereits warm machte. Wie sich herausstellte war es Norma Foster, 7.Dan JKF Wadokai, die sich eigens aus Kanada auf den Weg gemacht hatte. Ein anderer prominenter Teilnehmer war Shuzo Imai, 8.Dan Wado Ryu. Weitere Gäste kamen u.a. aus den Niederlanden und Finnland. Der Lehrgang stieß also nach wie vor auf ein großes Interesse.
Das große Thema waren der Übergang von der (Partner)Kata zum Freikampf und die verschiedenen Formen von Timing: Go no Sen, Sen no Sen und Sen Sen no Sen.
Go No Sen ist das reaktive Handeln. Toby Threadgill demonstrierte dies, indem der Partner versuchte, seine Hand zu fassen. Das Fassen wird hierbei zugelassen bzw. sogar angeboten. Durch das Greifen gerät der Angreifer u. a. dadurch in eine nachteilige Lage, dass das Ziel, die Hand, mit entsprechendem Timing und entsprechender Geschwindigkeit wegbewegt wird und er sich durch Überstrecken selbst aus dem Gleichgewicht bringt. Im gleichen Augenblick erfolgt der Gegenschlag des Verteidigers. Wichtig ist, dass der Verteidiger mental stets auf Angriff (Sente) gepolt ist und keinesfalls in eine passiv-abwartende Rolle verfällt.
Hier sind sehr deutlich Parallelen zu den Kihon Kumite im Wado Ryu zu erkennen.
Sen No Sen ist das gleichzeitige Handeln. Im Beispiel des Greifens ist für den Verteidiger der Griff uninteressant, er agiert in den Angriff mit einem Gegenangriff. Demonstriert wurde dieses Timing auch in der Form, dass der Angreifer versucht, den Schwertgriff des Verteidigers zu fassen, dieser aber entgegenkommt und der Angreifer den Griff so früher als erwartet zu fassen bekommt.
Eine Technik des Wado Ryu, die auf dem Sen no Sen-Konzept basiert, ist der Nagashi Zuki. Mit dem Angriff erfolgt der gleichzeitige Gegenschlag.
In der SYR ist Sen no Sen ein nur sehr schwer umzusetzendes Konzept, da ein bewusstes, gleichzeitiges Bewegen mit dem Angreifer tatsächlich Go no Sen ist.
Sen Sen no Sen schließlich ist der Erstangriff des Verteidigers. Er kommt also dem tatsächlichen Angriff des Gegners zuvor, indem er den Angriffsgedanken des Angreifers antizipiert und sofort aktiv wird. Für das Lesen der Absicht des Gegners und gleich recht noch der geplanten Art des Angriffs ist intensives Üben erforderlich, um z. B. kleinste Muskelbewegungen im Gesicht zu erfassen und zuordnen zu können. Wie auch den Könner auszeichnet, dass er ohne jede Vorankündigung aktiv wird.
Die Ohyo Kumite des Wado Ryu sind genau auf diesem Gedankengang aufgebaut.
Natürlich hatten wir ausreichend Gelegenheit zu üben und im gleichen Umfang die Möglichkeit, die Komplexität der SYR-Übungen – gerade hinsichtlich Timing – zu erahnen. Und selbstredend verbargen sich in sämtlichen Übungen auch die altbekannten – und schwer umzusetzenden – Grundprinzipien „Pull with the foot!“, „Relax!“, und „Structure!“. Kein Wunder, dass der Hinweis kam, zunächst ganz langsam zu üben.
Kaki Kawano demonstrierte und vermittelte die verschiedenen Formen von Timing an diversen Wettkampfübungen, die uns schon eher geläufig waren.
André und Eric, die zusammen übten, zogen bereits sehr früh die Aufmerksamkeit Kawanos auf sich, der zweifelsohne ihre Wettkampfqualitäten erkannte. Eric wurde denn prompt als Partner zum Vorzeigen regelmäßig gesucht und ziemlich häufig auch gefunden.
Interessant ist der Übergang von den Partnerkata hin zum Freikampf in der SYR. Es wird sich dabei eng an den Partnerkata orientiert, die zunehmend dynamischer, mit mehr Widerstand und technisch freier seitens des Verteidigers durchgeführt werden. Verbotene Techniken gibt es nicht. Toby Threadgill sagte bspw., dass sein Lehrer, Yukioshi Takamura, Kopfstöße liebte.
Der SYRJ-Freikampf ist daher mit dem Karate-Freikampf nicht zu vergleichen, der Kampf muss schnellstens beendet sein. Dies erfordert auch eine entsprechende geistige Einstellung.
Allerdings hat Hironori Otsuka den Freikampf aus seinem Jujutsu (das es wiederum aus dem Schwertkampf übernommen hatte) in das Karate eingebracht und die Grundlage für Wettkämpfe geschaffen. Offensichtlich sah er einen Wert in sparringsmäßigen Freikämpfen.
Wieder einmal war es ein sehr lehrreicher und auch beeindruckender Lehrgang. Seine Krönung fand er freilich in der mittlerweile gesetzten HATO-Wadokai-Kooperation in Form der samstagabendlichen Essensrunde im „Mr. Hai“, mit den obligatorischen „Mai Thai“.
@ FK
[1] Das SYRJ ist ein altes, japanisches Jujutsu der Samurai (Koryu Jujutsu), das auch Hironori Otsuka vor Erlernen des Karate über etliche Jahre geübt, und in dem er eine hohe Lehrlizenz erworben hatte. Damit besteht ein sehr starker Einfluss seitens dieses Jujutsu auf das Wado Karate.
[2] Das Menkyo Kaiden ist im SYRJ die höchste zu erwerbende Lizenz. Sie stellt hier eine administrative Lizenz dar, welche oberhalb der Lehrlizenzen (Shoden, Chuden, Joden) angesiedelt ist.
Nach mehrfachen negativen Erfahrungen mit Veröffentlichungen auf YouTube verbietet der Ausrichter inzwischen das Fotografieren. Schade. Aber einige offizielle Bilder gibt es auf der Seite von Wado-Ryu Berlin. Uwe
Hallo liebe Gemeinde, nachdem ich durch meine Paparazzi-Tätigkeit zum Blogger geadelt wurde, möchte ich hier meine Gedanken zum ersten Großereignis unserer geneigten Sportgruppe mal zum Besten geben, es ist mein erster Versuch im Blog, deshalb seht mir gelegentliche Anlaufschwierigkeiten nach, des Netz ist für mich in diversen Punkten noch Neuland, um mal ein Zitat unsrer Kanzlerin aufzunehmen..
Fangen wir an: Nach guter Planung der Anreise startete diese nach Reinbek mit der Überraschung, dass meine ec-Karte abgelaufen ist, aber dieses sollte nicht die einzige an dem bevorstehenden Wochenendende eintretenden sein.. Ich konnte dieses jedoch ohne Vorlage des 9-mm Auszahlungsantrages zügig lösen, so dass Kuli, Steffen, ich und Robert (man bemerke die Sortierung nach Graden 😉 ) unsere Reise antreten konnten, hier gebührt der Dank an Steffen für seine Fahrdienste.. Nach alter Manier logierten wir natürlich nicht (trotz vorheriger Überlegungen) in der Halle, sondern bezogen wie immer unser Bettkästchen, der Service ist einfach zu gut, und beim Frühstück auf Elke und Werner zu treffen, hat irgendwo was.. Dann auf zum ersten Training, es galt die mitgereisten Mitmachheinis zu begrüßen, Freunde zu treffen und den Speck der Feiertage abzutrainieren.. Start war wie immer eine gute „Erwärmungs-Einheit“, gefolgt von spezifischen Trainings, wobei ich die zweite Folgeeinheit schonenderweise für mich auslies, um mich für die folgenden Tage parat zu halten, es gab noch viel zu erleben und zu lernen.. Der Abend endete mit geselligen Gesprächen der Sportgruppe WadoKai beim Kroaten, Robert bekam noch ein paar Tipps für seine bevorstehende Prüfung und Einblicke in unsere Welt mit auf den Weg.. Wie immer war das Kaminzimmer unser letzter Halt 😉 Auf in den Kampf am Tag 2. Reichlich gestärkt durch das Frühstück (böse Zungen behaupten, das Kuli 5 Minuten vor Start beim Frühstück erschien, aber das kennt man 😉 ), ging es dann zum ersten Ganz-Tages-Sport:
So, auf, Training war angesagt. Dank einer zweiten Kamera sollten sich die Bilder noch mehren.. Es war für jeden etwas dabei, nur die Erwärmungen waren etwas, sage ich mal, neu… Hier ein paar Impressionen, Bilder sagen mehr als Worte:
Wie man sieht, hatten wir alle sichtlich Spaß, und auch die Momente der Entspannung kamen nicht zu kurz.. Am Samstag war dann für Robert der große Moment, die erste Prüfung, aber die hat er vorzüglich gemeistert, meinen Glückwunsch dazu!
Danach folgte noch die ein oder andere Trainingseinheit, und die Planung des Abends war im Gange.. Traditionell geht es ja zum Gastmahl aus Fernost, doch leider war unser Stammlokal wider Erwarten geschlossen (Ein Schelm wer böses dabei denkt..). also was neues musste her.. Unweit Reinbek eroierte Ingo mit den Freunden von Hato ein Lokal im Nachbardorf, ein mongolisches.. Fernost ist OK, der Hunger treibt, also los.. So wie WadoKai eben ist, waren wir der Ankunft unserer Freunde weit voraus, reisten standesgemäß an [Bild folgt] haben vorzüglich gespeist, und sind nach Erkundung eines örtlichen Getränkemarktes mal wieder im Kaminzimmer gelandet, nur fehlte diesmal Elke, aber dafür war Franz unerwartet auf einmal da.. Nach langem Schwatz sind wir dann auch mal schlafen gegangen, um am nächsten Tag die letzten Reserven zu mobilisieren.. Und gut war es! Endlich war sie da, die von mir herbeigesehnte Einheit Kyosho-Jitsu, wie immer sehr „erlebnisorientiert“, aber auch lustig, ein Mitstreiter von Werner hat uns wahrhaftig auf den Punkt getroffen 😉 .. Der Lehrgang neigte sich dem Ende, Freunde wurden verabschiedet, und dann stand die Heimreise ins Haus.. Und dann kam das Unerwartete, Unglaubliche.. Nahezu Unbegreifliche! Wir hielten am amerikanischen Spezialitätenrestaurant zur Goldenen Möwe.. Kuli wurde bedient!!!!! und vertilgte mehr als nur einen Kaffee! Wenn das kein gelungener Abschluss eines vorzüglichen Wochenendes ist! Ich danke allen Beteiligten für dieses Erlebnis, auf viele weitere in dieser Art und Weise! Mit sportlichen Güßen, Euer Kai Wado*
Wenn es November ist in Dresden, dann sind bei den WADOKAI-Vereinen die Jüngsten dran, denn HATO Dresden e.V. veranstaltet das alljährliche Micki-Maus-Turnier. Gäste kamen diesmal sogar aus Erfurt. Das Spektakel wird also langsam bekannt?
Von uns gingen, begleitet von Trainer Torsten, der Dominik, der Alexander und der Leonard an den Start. Die Wettbewerbe waren sehr abwechlungsreich. Zuerst mussten die Mädchen und Jungs durch einen Geschlichkeits-Parcours mit Schlängellauf, rollen, springen und ballancieren. Die Geschicklichkeit und Beweglichkeit waren die ausschlaggebenden Komponenten, denn so lang war die Strecke nicht, als dass reine Schnelligkeit zu besten Zeiten geführt hätte.
Natürlich muss auch die klassische Disziplin KATA mit in das Programm, eine Disziplin, die den Kindern meist nicht leicht fällt. Gefreut hab ich mich über dominik, der dem Tip, die jeweilige Richtung nach der letzten Technik mit einer bewussten Pause zu beenden, so berücksichtigte, dass er dafür auch eine Medaille mit nach Hause nehmen konnte.
Die nächste Disziplin war das Kumite an dem Bällen, eine Übungsform, die aus dem sogenannten Soundkarate entstammt. Eine gute vorstufe für das Kämpfen, die Techniken werden gegen „aufgespießte“ Schaumstoffbälle ausgeführt, die nicht berührt werden dürfen. Schöne Techniken haben wir gesehen und die verbotenen Berührungen hielten sich in Grenzen.
Besonders gefreut hat mich, dass es wieder Kinder gab, die sich an das Kumite getraut haben. Schönes Engagement, Mut und auch ein paar schöne Fußtechniken gab es da zu sehen. Torsten, wir sind dann hoffentlich nächstes Jahr auch hier präsent.
Einen Höhepunkt gab es zu Beginn, denn die Hatorianer stellten ihre neue Show in der Generalprobe vor. Nun, es gibt davon zwar ein Video, aber da es die Generalprobe war, gibt es hier davon nichts zu sehen. Auf jedenfall Fall attestieren wir den Protagonisten, zu denen auch maßgeblich unsere Ingo gehörte, viel Fleiß und Ubung. Bin gepannt, was ihr daraus noch machen werdet.
Dieses kleine Turnier macht nicht nur den Kindern Spaß, die Großen, vor allem deren Trainer treffen sich auch gern an diesem Sonnabend, quatschen miteinander und übernehmen den Job der Kampfrichter.
Gefreut hat mich auch, dass ich den Klaus Peter Pieles vom Chikara-Club Erfurt kennenlernen konnte.
Trotz aller Routine kostet es natürlich Zeit, das alles vorzubereiten und daher sage ich den Freunden von HATO, Danke, dass ihr wieder einein so schönen Wettbewerb ausgerichtet habt.
Etwas seltsam. Ein Millenniumslehrgang 14 Jahre nach dem Wechsel des Jahrhunderts. Aber dieser Lehrgang war ein besonderer, denn er fand im Vorfeld der Karate-Weltmeisterschaft 2014 in Bremen statt. Zum Besuch fand sich eine feine und kleine Truppe aus Wadokai DD und HATO DD. Evi, Lydia, Micha, André und von uns Lars, Torsten, Steffen und Uwe. Zudem hatte Steffen vor, den 1. Dan abzulegen. Die Hatorianer waren zusätzlich als „Volonteers“ in „Küche“ und „Halle“ eingesetzt, sie blieben mit Lars einige Tage länger, während wir nach Lehrgang bzw. DAN-Prüfung wieder nach Hause mussten.
Am 13. Mai berichteten wir vom bevorstehenden Jubiläum eines der „dienstältesten“ Karatevereine in Dresden. Nun ist dieses Geschichte und doch nur fast. Ganz am Schluss komme ich noch einmal darauf zurück.
Am 13. September 2014 nun veranstalteten wir den Jubiläumslehrgang mit anschließender Feier an einem der schönsten Orte für eine solche Gelegenheit mitten in der Innenstadt von Dresden. Doch bevor wir davon berichten noch ein paar Sätze zur Geschichte des Vereins.
Wer sich mit der Karategeschichte rund um die Jahre 1989 / 1990 und davor noch in der DDR, beschäftigt, stößt auf eine bewegte Zeit. Bereits einige Jahre vor dem alles veränderndem Jahr 1989 fanden sich ein paar Unentwegte, denen das Angebot von olympischen Judo, Ringen und Boxen nicht unbedingt genügte, man wollte Karate lernen. Um den damals ungefähr knapp 20jährigen Dresdner Raffael Platzer scharte sich dann eine Gruppe, zu der zum Beispiel Wanka Schuster (heute Trainer in Meißen) und André Lischner gehörten. Damals trainierte man sozusagen in der freien Wildbahn und gründete Pseudosportgruppen in Betriebssportgemeinschaften, deren Vorstände es damit nicht so genau nahmen. Woher nahm man aber die Trainer?
Kontakte entstanden zum Beispiel nach Potsdam zu Martin Tauscher, dessen Verein NIPPON Potsdam eine ähnliche Geschichte erzählen kann. So kam man dann zu Peter Wirbeleit, einem Westberliner Karatelehrer, der es auf sich nahm, auch nach Dresden zu fahren und dabei oft einen nur scheinbar unsichtbaren, hinter ihm einherfahrenden Begleiter dulden zu müssen. Solche subversiven Tätigkeiten wie Karate wurden natürlich überwacht. Peter Wirbeleit und später Fodé Cissé, auch ein Steven Cotton waren denn auch über mehrere Jahre hinweig gern begrüßte Trainer auf vielen Lehrgängen des Vereins.
Um den genauen Entstehungszeitpunkt von Wado-Kai Dresden ranken sich die verwegensten Geschichten. Kühne Spekulationen mit Jahreszahlen, die von vielen Dekaden des Dresdner Kampfsports philosophieren, schwirren von Ohr zu Ohr – und sind doch nur Jägerlatein. Manche Vereinsfreunde sprechen darum gar mit zwinkerndem Auge von der „Wiege des Budo“, wenn sie an Wado-Kai Dresden denken. Ganz so prahlerisch begeht der älteste Wado-Verein Sachsens sein diesjähriges Jubiläum freilich nicht. Aber immerhin war der sportliche Anfang durchaus abenteuerlich, wie auch die folgenden Jahre eine sportliche und organisatorische Aufbauleistung brachten, die ihresgleichen sucht.
Bereits in den frühen 1980er Jahren fand sich eine erste Trainingsgruppe, die auf Hinterhöfen, in Fabrikgeländen, im Wald und manchmal auch als Judoverein getarnt in renovierungsbedürftigen Turnhallen aus geschmuggelten, mehrfach kopierten Lehrbüchern die ersten Schläge, Tritte und Kata lernten. Verbindungen wurden in den „Westen“ geknüpft, und bald kam in der Person Peter Wirbeleits Unterstützung, der, aus West-Berlin von der Zonengrenze bis zum Trainingsort von der Stasi verfolgt und bedrängt, die ersten Lehrstunden gab.
Eigentlich zieht es uns nicht so sehr nach Bremen, wenn Ostern ist. Es ist ja ein Familienfest mit vier freien Tagen. Die in einer Sporthalle zu verbringen, das ist dann doch nicht so prickelnd. Wenn man dann noch einer solchen pennen muss, Schlafsack und Matratze, dann überlegt man sich das vielleicht noch mehr. Wenn man dann aber irgendwann Großes vorhat…
Nun, es war ein schönes Wochenende. Schließlich kam ich mit den vielen sächsischen Freunden zusammen und das Trainingsprogramm war auch nicht von Pappe. (Ist es ja eigentlich nie.)
Herausragend fand ich diesmal zwei Dinge. Einmal hatte Peter MIXA bereits auf dem Neujahrslehrgang von den sogenannten KUMITE KATA gesprochen, von denen es 36 Stück gibt. Wieder stellte er einige vor und vor allem den fort-geschrittenen Karateka erschloss sich so ein einigen Details der Weg vom zu Beginn geübten SANBON KUMITE über das KIHON KUMITE zu diesen Übungen. Wie in einem Film sah ich eine methodische Übungsreihe vor mir, welche allerdings Jahre umfasst. Da merkt man doch, dass langes Training lohnenswert ist.
Zweitens hat der Jürgen Fabian zweimal sogenanntes HIGH INTENSITY TRAINING geleitet. Die Pulshöhe würde sich in einer endlosen hochamplitudigen Sinuskurve abbilden lassen und das 45 Minuten lang. Der hat aber auch Übungen drauf. Zudem behauptete Jürgen mehrfach, die Übungen wären leicht und über haupt nicht anstregend, weh täte es höchstens im Kopf. Ich bin noch nie ein knappe Stunde lang am Stück belogen wurden. Und dann hab ich mich auch noch dafür bedankt….
Dass die Sachsen den örtlichen Chinesen besuchten, muss wohl nicht erst erwähnt werden. Sonntag ging es wieder heim… Montags ausschlafen! Wie schön. Toller Lehrgang.
Am Freitag, dem 03.01.2013, 17:00 Uhr sollte das Erwachsenen-Training in Reinbek starten. Für die Wadokaier hieß das: Treff 11:00 Uhr auf der Washingtonstraße in Dresden. Eine akzeptable Startzeit wie ich fand. Es trafen sich 7 hochmotivierte Karateka und eine reisebereite Mitfahrerin, die wir an irgendeiner Ausfahrt absetzen sollten. Die Fahrt verlief problemlos. Die Nahrungsaufnahme gestaltet sich dagegen für einen von uns schon schwieriger – er hatte Extrawünsche und bekam deshalb gar kein Essen vom goldenen „M“. Zum Glück fängt Kulli nicht an mit Maulen, wenn er Hunger hat 😉